Kategorie: Bremsen

Carbon Keramik Bremsen im Test

BremsenTuningVW

Viele Autos werden mit Carbon-Keramik-Bremsen ausgestattet. Diese verfügen über äußerst widerstandsfähige Eigenschaften, weshalb sie gerade in schnellste Bolide eingebaut werden. Sie bringen Autos mit mehr PS einfach besser zum Stehen. Doch lohnt sich dieses teure Zubehör überhaupt und worin liegen die Vorteile und Nachteile dieser?

Das kohlenstofffaserverstärkte Siliciumcarbid stammt aus der Raumfahrt

Bei den Keramik-Bremsanlagen kommt nicht 20herkömmliche Keramik zum Einsatz, sondern ein mit Carbon, bzw. Kohlenstofffasern verstärktes Siliciumcarbid. Es handelt sich hierbei daher um einen speziellen Verbundwerkstoff, dessen Eigenschaften bereits im Bereich der Luft- und Raumfahrttechnik getestet wurden. Zudem haben Formel-Rennsportserien dazu beigetragen, wichtige Erfahrungwerte über solche Bremsanlagen zu sammeln. Denn bei diesen kamen die Carbon-Keramik-Bremsen bereits vor ihrem Gebrauch bei Serienfahrzeugen zum Einsatz.

Vorteile der Carbon-Keramik-Bremsen

Der größte Vorteil der Carbon-Keramik-Bremsen liegt in der Tatsache, dass diese im Vergleich zu den herkömmlichen Bremsscheiben aus Stahl äußerst hohe und konstante Reibwerte aufweisen. Und dies, ungeachtet der vorliegenden Oberflächenfeuchtigkeit oder Temperatur. Dadurch sind diese Bremsen imstande, dem sogenannten Fading-Effekt entgegenzuwirken. Darunter wird das unerwünschte Nachlassen der Bremswirkung verstanden. Diese Nachlassung kann durch oft nacheinander folgende Bremsmanöver sowie durch längere Bremsvorgänge passieren.

Da das carbonfaserverstärkte Siliciumcarbid eine höhere Zähigkeit und eine niedrigere Dichte bei gleichzeitiger hohen Thermoschockbeständigkeit und Bruchfestigkeit verfügt, kann es gar nicht zum Fading-Effekt kommen. Zudem besitzt der Wirkstoff eine äußerst gute Leitfähigkeit, sodass diese Bremsen selbst bei hohen Temperaturen widerstandsfähig sind.
Zudem ist der Wirkstoff gegen Streusalz und Rost beständig und reibverschleißfrei, sodass die Lebensdauer dieser enorm hoch ist. Die von den Herstellern angegebene Lebensdauer von bis zu 350.000 Kilometern kann jedoch nur bei normalem Alltagseinsatz erreicht werden. Bei Rennfahrzeugen liegt diese bei 50.000 km.

Carbon-Keramik-Bremsen sind nicht nur für schnelle Fahrzeuge geeignet. Größere und schwere Fahrzeuge profitieren nämlich ebenfalls von deren Eigenschaften. Da diese jedoch extrem teuer sind, konnten sie sich bisweilen nicht im Rahmen der Tuning-Teile durchsetzen.

Ein weiterer Vorteil der Carbon-Keramik-Bremsen liegt in deren Gewicht. Sie wiegen nämlich deutlich weniger als die herkömmlichen Bremsen und können je nach Fahrzeugmodell bis zu 50 Prozent Gewichtsersparnis bewirken. Dabei reduzieren sie gleichzeitig die ungefederten Massen, was zu einem optimierten Bremsverhalten sowie zum besseren Einlenkverhalten führt. Bei Nässe ist das Ansprechverhalten der Carbon-Keramik-Bremsen ebenfalls deutlich besser als bei herkömmlichen Bremsen.

Nachteile der Carbon-Keramik-Bremsen

Zu den Nachteilen dieser Bremsen zählen in erster Linie die hohen Produktionskosten und die damit einhergehenden hohen Anschaffungs- und Wartungskosten. Zudem muss die gesamte Bremsumgebung auf die teils hohen Temperaturen ausgelegt sein. Und dies ist der Grund, warum sich die Carbon-Keramik-Bremsen nicht einfach nachrüsten lassen.

Keramik-Bremsbeläge

Im Bereich des Auto-Tuning sind die sogenannten Keramik-Bremsbeläge sehr beliebt. Diese sollen die Bremsperformance aufrüsten. Doch diese haben mit den Carbon-Keramik-Bremsen kaum Gemeinsamkeiten. Bei den Keramik-Bremsbelägen handelt es sich um einen normalen für den Straßenverkehr konzipierten Bremsbelag. Die Belagmischung enthält keramische Reibmittel, was jedoch keinesfalls mit dem kohlenstoffverstärkten Siliciumcarbid zu verwechseln ist. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sich solche Bremsbeläge nicht lohnen. Denn sie reduzieren die Geräuschentwicklung und weisen einen geringeren Verschleiß sowie eine geringere Bremsstaubentwicklung auf. Und dies wirkt sich positiv aus sowohl auf die Umwelt als auch auf das Aussehen der Felgen.